„Wenn der Schönste und Schwerste der Surselva etwas aufgleisen, dann kann es nur gut kommen“: Mit einer vollen Mass Selbstironie und scharfer Zunge leitete Beat Glaus den Fassanstich mit Renzo Blumenthal ein.
Flims /03.12.06 /hs. Zahlreich sind Gäste und Medien erschienen, um Renzo Blumenthal bei seinem ersten Fassanstich zu erleben . Alle Erwartungen wurden erfüllt – mit Ausnahme der Schadenfreude: Professionell und ohne die schon hämisch erwartete Bierdusche wussten Renzo Blumenthal und Surselva-Bräu VR-Pärsident Beat Glaus das 50 Liter Fass Freibier anzustechen.
Umso spritziger und pointierter war hingegen die Laudatio von Beat Glaus zur Biertaufe. „Wir machen zwar kein Bio, aber dafür etwas besonders Köstlicheres für die Kehle – allerdings auch äusserst fair und naturbelassen, als unpasteurisiertes Frischprodukt. Und angebrachterweise besonders schön und bernsteinfarben hat unser Braumeister Jörg Kambach das Bier auch noch hingezaubert.“
Die geschmackreiche Krönung der Kooperation zwischen Surselva-Bräu und dem fünfköpfigen Bauern-Konsortium rund um Renzo Blumenthal hat aber vor allem auch ganz klar aufgezeigt, dass innovative und begeisterungsfähige Bauern durchaus neue Absatzmärkte finden. Ein Thema, das selbst Nationalrat Toni Brunner mit an den Fassanstich brachte – wobei er, nach eigener Aussage. eigentlich viel lieber Milch als Bier trinkt.
Der Anbau der rund vier Hektaren Danuta-Gerste in der Val Lumnezia war Neuland für alle Beteiligten, und der visionäre Beat Glaus musste sogar noch froh sein, in Renzo Blumenthal überhaupt einen Bauern zu finden, der dieses Experiment wagen wollte.
Gelohnt wurde es ihm und seinen Konsorten nicht nur mit Freibier, sondern auch durch die garantierte Abnahme des gesamten Ertrages durch Surselva-Bräu. Dieser war im ersten Jahr zwar noch nicht ganz so ergiebig, aber mit der Erfahrung und der allerseits erklärt gewollten Fortsetzung des Projektes, wird sich auch dies noch richten.
Der fahrende Zug, auf den nun auch diejenigen mit aufspringen möchten, die Beat Glaus zu Anbeginn die kalte Schulter gezeigt hatten, dürfte für diese allerdings abgefahren sein, denn das Glück bevorzugt den vorbereiteten Geist. Insofern hat Sympathieträger Renzo Blumenthal einmal mehr bewiesen, dass er nicht nur schön zu sein, sondern auch ganz schön visionär zu denken versteht. Noch schöner, wenn solche Beispiele Schule machen!